Erneuerbare Energien – eine gute Sache … aber

… der Einsatz erneuerbarer Energien ist noch nicht zu Ende gedacht.


Das flächen- und einwohnermäßig kleine Deutschland hat sich aufgeschwungen CO2 zu reduzieren, Atomstrom abzuschaffen und am liebsten nur noch regenerativ zu heizen, zu kühlen und zu beleuchten… unser Leben soll wieder sauberer werden. Gut!


Leider bleibt bis heute der notwendige Laola-Effekt im Bezug auf die restliche große Welt aus. Nicht gut!

Vergesst die Asche speienden Vulkane, die Feinstaubwolken der Sahara, vergesst Industrieländer wie China oder Kontinente wie Amerika…vergesst den ohnehin alle Millionen Jahre eintretenden Klimawandel. Deutschland macht das schon, um jeden Preis. Um jeden Preis? Ich behaupte mal: gefühlt JA!

Jeder, der schon einmal einen ENEV-Nachweis erstellt hat, weiß es. Man kann die Außenwände eines Gebäudes gern mit bis zu einem Meter Dämmung belegen, man schafft es einfach nicht, die Bedingungen der ENEV 2009 einzuhalten. Am Ende einer jeden Berechnung kommt man dann aber zur Anlagentechnik. Und das bringt mich zu dem Thema, über das ich schon länger nachdenke…

Die Anlagentechnik

Selbige wird bei der ENEV-Berechnung präsentiert durch die so genannten Anlagenaufwandszahl e. Jenen Faktor, der zum Ende einer jeden Berechnung festlegt, ob die geforderten ENEV-Werte erreicht werden oder auch nicht. Diese Zahl entscheidet letztendlich, was „gut“ im Sinne von Klima ist und was nicht. Sie ist ein Faktor zum Auf- oder Abrunden des Jahresprimärenergiebedarfes eines ganzen Gebäudes. Und sie ist Schuld daran, dass das Thema ENEV-Nachweis immer mehr zum Aufgabengebiet der TGA (Technische Gebäude Anlagen) und nicht mehr zu dem des Tragwerksplaners gehört.
Jeder Anlagentechnik (Heizungstechnik A.d.R.) ist eine andere Anlagenaufwandszahl zugeordnet. Dazu ein paar Beispiele, die mich nachdenklich gestimmt haben:

Der Mensch ist von Natur aus faul. Ist so, müssen wir nicht weiter diskutieren. Deshalb hat er zum Beispiel den Niedertemperaturkessel erfunden. Das ist das Heizdingens was mittlerweile weit verbreitet im Keller oder sonst wo steht und ohne große Mühe für Wärme im ganzen Haus sorgt. Ich musste noch Kohlen schleppen, Asche wegbringen und durfte auch im Ofen zündeln, war auch nicht schlecht, aber sehr anstrengend.

Nun wollen wir ja schon eine ganze Weile CO2 sparen und haben deshalb erstmal den Brennwertkessel, als Nachfolgemodell des Niedertemperaturkessels erfunden oder besser gesagt entwickelt. Klingt einfach besser. Bei dieser Heizungstechnik fällt so gut wie kein schädliches Abgas mehr an …fast CO2 neutral, bzw. immens CO2-reduziert, kann man sagen. Gibt man diese Technik als Anlagentechnik in die ENEV-Berechnung ein (im Allgemeinen reicht ein Häkchen irgendwo im Programm), schafft man es nicht, die ENEV 2009-Vorgaben zu erfüllen. Glaubt mir, ich hab es versucht … Warum erreicht man die Vorgaben nicht? Weil die Brennwerttechnik mit Erdgas oder Erdöl beheizt wird … fossile Brennstoffe…nicht gut für’s Klima (wurde so festgelegt, wissenschaftlich bewiesen und was auch immer).

Nimmt man also lieber eine Wärmepumpe, den „umgekehrten Kühlschrank“ und plötzlich wird alles besser im Bezug auf die ENEV-Vorgaben, aber nicht im Investitionsgeldbeutel.… Warum? Keine fossilen Brennstoffe, Wärme aus der Natur… gut für’s Klima! Wirklich? Nun ja! Funktioniert die Wärmepumpe aus irgendeinem Grund nicht richtig (was öfter vorkommt als man denkt -> „Erfahrungswerte“) bzw. braucht man eventuell höhere Heizungs-Vorlauftemperaturen, weil vielleicht noch Warmwasser gebraucht wird, dann heizt man ganz schnell mit Strom. Jenem unsichtbaren Zeug, das in Deutschland zur Zeit immer noch zum größten Teil aus fossilen(!) Brennstoffen (Kohle) oder Atomteilchen gewonnen wird und einem beim Blick auf die Jahresendabrechnung regelmäßig die Tränen in die Augen treibt (#Geldbeutel). Sieht die klimabezogene Bilanz einer Wärmepumpe in der Realität dann wirklich noch so gut aus? Und was passiert eigentlich mit dem Erdboden bzw. dem Grundwasser aus dem die Wärmepumpe ihre Energie bezieht? Wird das ökologische Gleichgewicht durch den Entzug von Wärme nicht verändert?….hmmm

Gut, wenn man also von einer Wärmepumpe nicht so überzeugt ist, ginge noch ein Feststoffbrennkessel. Das sind diese Teile, die wir eigentlich mal abgeschafft haben (wir erinnern uns: Kohle schleppen, Asche rausbringen … hatten wir am Anfang des Artikels schon mal  ) und in denen wir jetzt Pellets (kleine Holzteile) oder kleingehäkselte Bäume verheizen. Die so genannten nachwachsende, regenerative Rohstoffe, keine Kohle mehr. Mit der Feststoffbrenntechnik sieht die ENEV 2009-Bilanz im Nachweis auch recht gut aus. Die Technik an sich bedeutet für die Faulen unter uns aber einen immensen Rückschritt. Andauernd muss das Lager wieder mit Holz befüllt werden (ganz schlimm war es im letzten Winter…ja es war mal Winter, hatte keiner mit gerechnet kommt aber vor). Ab und an hakt das ganze mal, weil Holzteilchen sich verklemmen und wenn zum Beispiel die Qualität der Hackschnitzel nicht so stimmt, raucht es mächtig aus dem Schornstein. CO2-neutral ist dann dahin und Asche muss auch noch wegschafft werden, weil sie sich eben doch nicht ganz in Luft aufgelöst hat, wie das ursprünglich mal vorgesehen war, als man sich für so eine Anlage entschieden hatte. Über die ökologische Bilanz dieser Anlagen kann man gut diskutieren. Wie viel Bäume müssen im Jahr gefällt werden um x Kilowattstunden Energie zu erzeugen? Wie lange noch mal braucht ein Baum, bis er nachgewachsen ist? 30 Jahre? Wie lange betreibe ich eine solche Anlage? 20 Jahre?

Am Ende bleibt die Solartechnik und die ist gar nicht so schlecht…keine fossilen Brennstoffe, kein Atomstrom, (na vielleicht ein bisschen, ganz ohne Strom geht’s halt nicht), keine gefällten Bäume. Diese Technik hat nur einen Haken…die Sonne scheint bei uns in Deutschland nicht immer (und das ist nicht als Metapher gemeint)

Damit zurück zur anfangs erwähnten Brennwerttechnik. Natürlich wird bei dieser Technik noch CO2 ausgestossen, aber ist das wirklich soviel im globalen Vergleich? Warum nur diese schlechte Anlagenaufwandszahl? Vielleicht hat jemand eine Idee und kann mir das Warum beantworten.


Der Einsatz erneuerbarer Energien ist noch nicht zu Ende gedacht und es gibt noch viel zu tun um die neusten Technologien zu perfektionieren und wirtschaftlich zu machen.


Wir, also Deutschland, sind auf einem guten Weg … müsste nur der Rest der Welt noch mitmachen … aber bis dahin zahlen wir alle … und das nicht zu knapp.


Auch dieser Blog ist meine persönliche Meinung, basierend auf Erfahrungen, und zu sehen als eine kritische Auseinandersetzung mit einem Thema, von dem ich der Meinung bin, dass es funktionieren wird, aber nicht sofort. Wir arbeiten daran.

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